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Rückenschmerzen beim Reiten: Die wahren Ursachen und was wirklich dagegen hilft

  • Autorenbild: Agnes
    Agnes
  • 5. Juni
  • 4 Min. Lesezeit
Rückenschmerzen beim Reiten

Du steigst nach dem Reiten ab und dein unterer Rücken ist verspannt.

Vielleicht zieht es im Kreuzbein oder deine Lendenwirbelsäule fühlt sich steif an. Oder vielleicht merkst du schon während des Reitens, dass du dich im Sattel nicht wirklich locker bewegen kannst. Viele Reiterinnen glauben dann, ihr Rücken sei das Problem. Doch in den meisten Fällen ist das nur die Stelle, an der sich die Beschwerden bemerkbar machen.

Unser Alltag hat häufig viel mehr Einfluss auf unseren Körper im Sattel, als wir denken. Stundenlanges Sitzen, Stress, fehlende Bewegung und mangelnde Stabilität führen dazu, dass unser Körper die Belastungen des Reitens nicht mehr optimal ausgleichen kann.

In diesem Artikel erfährst du, warum Rückenschmerzen beim Reiten entstehen, welche Rolle dein Alltag dabei spielt und wie Yoga für Reiter helfen kann, langfristig schmerzfreier und entspannter im Sattel zu sitzen.


Warum Rückenschmerzen beim Reiten so häufig sind


Reiten ist Bewegung. Doch viele von uns verbringen den Großteil des Tages sitzend. Wir sitzen im Auto, dann im Büro oder am Schreibtisch und abends auf dem Sofa. Dadurch wird unser Körper immer unbeweglicher: Die Hüften werden fest, die Brustwirbelsäule verliert an Beweglichkeit und die Gesäßmuskulatur wird schwächer. Und genau das spüren wir später auch im Sattel.

Denn beim Reiten muss unser Körper die Bewegungen des Pferdes ausgleichen und gleichzeitig stabil bleiben. Fehlt diese Balance aus Beweglichkeit und Stabilität, übernimmt häufig der untere Rücken die Arbeit.

Das Ergebnis sind Verspannungen, Schmerzen oder das Gefühl, ständig gegen die Bewegung des Pferdes arbeiten zu müssen.


Rückenschmerzen beim Reiten: Die häufigsten Ursachen


Eine unbewegliche Hüfte

Eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen beim Reiten ist eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit. Kann die Hüfte die Bewegung des Pferdes nicht ausreichend aufnehmen, landet die Belastung oft direkt in der Lendenwirbelsäule.

Viele Reiterinnen versuchen dann, den Rücken zu lockern, obwohl eigentlich die Hüfte mehr Aufmerksamkeit braucht.


Fehlende Core-Stabilität

Dein Körper braucht eine stabile Körpermitte, damit du die Bewegungen deines Pferdes ausbalancieren kannst. Fehlt diese Stabilität, versucht der Rücken häufig zu kompensieren. Gerade beim Aussitzen im Trab oder längeren Galoppstrecken macht sich das oft bemerkbar.


Zu viel Stress im Alltag

Was viele nicht wissen: Stress beeinflusst auch unsere Muskulatur.

Wenn unser Nervensystem ständig im Alarmmodus läuft, steigt die Grundspannung im Körper. Du ziehst unbewusst die Schultern nach oben, beißt die Zähne zusammen, wodurch sich dein Kiefer verspannt und atmest schnell und flach. Und darauf reagieren deine Muskeln in der Wirbelsäule mit Spannung.

Deshalb verschwinden Rückenschmerzen oft nicht allein durch Dehnübungen. Häufig braucht auch das Nervensystem mehr Entspannung und Sicherheit.


5 Tipps gegen Rückenschmerzen beim Reiten


Rückenschmerzen entstehen selten nur während der Zeit im Sattel. Häufig sammeln sich Verspannungen und Bewegungsmuster über den gesamten Tag hinweg an. Deshalb lohnt es sich, nicht nur das Reiten selbst, sondern den gesamten Alltag zu betrachten.


Wärme deinen Körper vor dem Reiten auf

Viele Reiter steigen direkt aus dem Auto oder vom Büroarbeitsplatz aufs Pferd. Unser Körper braucht jedoch Zeit, um von einer sitzenden Haltung in Bewegung zu kommen.

Schon fünf Minuten Mobilisation können einen großen Unterschied machen. Kreise bewusst deine Hüften, bewege deine Wirbelsäule durch und aktiviere deine Körpermitte. So kann dein Körper die Bewegungen des Pferdes deutlich leichter aufnehmen.


Stärke deine Körpermitte

Ein stabiler Reitersitz beginnt in der Körpermitte.

Viele Reiterinnen versuchen ihren Rücken zu entlasten, vergessen aber die eigentliche Grundlage: die tiefliegende Rumpfmuskulatur.

Wenn Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur zusammenarbeiten, muss der untere Rücken deutlich weniger kompensieren.


Bewege dich auch außerhalb des Stalls

Eine Stunde Reiten kann acht Stunden Sitzen nicht ausgleichen.

Deshalb lohnt es sich, im Alltag immer wieder kleine Bewegungsinseln einzubauen. Kurze Spaziergänge, Treppen statt Aufzug oder regelmäßiges Aufstehen während der Arbeit helfen deinem Körper oft mehr als die perfekte Dehnübung einmal pro Woche.


In meiner kostenlosen Reitersitz-Routine zeige ich dir vier einfache Übungen, die dabei helfen können, Hüften zu mobilisieren, die Körpermitte zu aktivieren und mehr Beweglichkeit in deine Wirbelsäule zu bringen.

Viele Reiterinnen nutzen die Routine vor dem Reiten oder als kurze Ausgleichseinheit nach einem langen Arbeitstag.

Lade sie einfach herunter und integriere sie in dein Training.


Reitersitz Routine gegen Rückenschmerzen

Achte auf deine Atmung

Hast du schon einmal darauf geachtet, wie du beim Reiten und in deinem Alltag atmest? Viele Reiterinnen halten unbewusst die Luft an, besonders wenn sie sich konzentrieren oder unsicher fühlen. Dadurch steigt die Spannung im gesamten Körper. Der Rücken wird fest, die Hüften unbeweglicher und das Mitschwingen schwieriger.

Eine ruhige, tiefe Atmung kann helfen, den Körper zu entspannen und mehr Losgelassenheit in den Sitz zu bringen.


Höre auf die Signale deines Körpers

Schmerzen sind keine Schwäche und machen dich nicht zu einem schlechteren Menschen. Aber sie sind häufig ein Hinweis darauf, dass dein Körper mehr Aufmerksamkeit braucht. Je früher du auf kleine Warnsignale reagierst, desto leichter kannst du langfristige Beschwerden vermeiden.


Warum Yoga bei Rückenschmerzen helfen kann


Als Reiterinnen verbringen wir viel Zeit damit, unseren Pferden zuzuhören. Wir spüren kleinste Veränderungen in ihrer Bewegung, ihrer Stimmung oder ihrem Energielevel. Doch oft verlieren wir dabei den Kontakt zu unserem eigenen Körper. Yoga schafft genau diesen Kontakt wieder.

Durch bewusste Bewegungen lernst du, wie sich dein Körper tatsächlich anfühlt. Du bemerkst, wo du festhältst, wo Beweglichkeit fehlt und welche Bereiche vielleicht schon lange Aufmerksamkeit brauchen.

Besonders bei Rückenschmerzen profitieren viele Reiterinnen davon, dass Yoga nicht nur einzelne Muskeln anspricht, sondern den Körper als Ganzes betrachtet.

Für viele Reiterinnen verändert sich dadurch nicht nur das Gefühl im Rücken, sondern der gesamte Sitz. Die Bewegungen werden fließender, das Mitschwingen leichter und die Verbindung zum Pferd harmonischer.

 
 
 

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