Aussitzen im Trab lernen: Warum viele Reiter damit kämpfen und wie Yoga helfen kann
- Agnes

- 29. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Juni
Aussitzen im Trab – warum fällt es vielen Reiter:innen so schwer?
„Jetzt setz' dich doch einfach tief in den Sattel!" Tja, wenn Aussitzen im Trab doch nur so einfach wäre. Ich glaube, jede Reiterin oder Reiter kennt diesen Moment: Deine Reitlehrerin ruft "...und jetzt locker aussitzen!". Doch von locker aussitzen ist da nicht wirklich etwas zu sehen. Stattdessen springst du im Sattel von oben nach unten wie ein Flummi. Die Beine werden fest, der Rücken verspannt sich und irgendwie fühlt sich alles anstrengend an. Das Schlimmste ist jedoch das Gefühl von Versagen, weil du es doch eigentlich können müsstest, denkst du. Es ist doch nur sitzen, oder? Das stimmt nur so halb. Denn die Wahrheit ist, Aussitzen lernen hat nicht nur etwas mit der richtigen Reittechnik zu tun. Denn ein gutes Aussitzen im Trab entsteht durch Beweglichkeit, Körpergefühl und die Fähigkeit, die Bewegung des Pferdes durch den eigenen Körper fließen zu lassen. In diesem Artikel erfährst du, warum vielen Reiter:innen das Aussitzen schwerfällt, welche Rolle eine bewegliche Hüfte, Core-Stabilität und Atmung dabei spielen und wie du mit einfachen Übungen endlich lockerer und geschmeidiger im Trab aussitzen kannst.
Was bedeutet Aussitzen überhaupt?
Beim Aussitzen im Trab bleibt das Gesäß dauerhaft im Sattel, während der Körper die Bewegungen des Pferdes aufnimmt und mitschwingt.
Anders als beim Leichttraben musst du die Auf- und Abbewegung des Pferdes nicht aktiv ausgleichen. Stattdessen darf dein Becken die Bewegung elastisch begleiten. Zumindest in der Theorie. Denn genau hier beginnt für viele Reiter:innen die Herausforderung.
Aussitzen im Trab verbessern: Was kannst du jetzt konkret tun?
Wenn du Schwierigkeiten beim Aussitzen hast, dann liegt die Lösung oft nicht darin, einfach noch mehr zu üben oder dich noch mehr anzustrengen.
Viele denken: „Ich muss einfach mehr aussitzen.“ Doch ständiges Aussitzen in Anspannung trainiert oft nur noch mehr Anspannung. Deshalb ist es sinnvoller, gezielt an Beweglichkeit, Balance und Körpergefühl zu arbeiten. Deshalb bringen oft 10 Minuten Yoga mehr Fortschritt als 30 Minuten frustriertes Aussitzen. Am besten ist die Kombination aus Beweglichkeit, Kraft und gutem Reitunterricht.
Aussitzen lernen beginnt im Zusammenspiel von Hüfte, Core und Atmung

Einer der häufigsten Gründe für Schwierigkeiten beim Aussitzen sind unbewegliche Hüften. Das Becken ist die direkte Verbindung zwischen dir und deinem Pferd. Es überträgt jede Bewegung des Pferderückens auf deinen Körper.
Ist die Hüfte fest, kann das Becken nicht frei mitschwingen. Viele Reiter versuchen dann unbewusst, die fehlende Beweglichkeit durch Spannung auszugleichen. Sie klemmen mit den Knien, machen die Beine fest oder spannen den Rücken an. Das Problem dabei: Je mehr Spannung entsteht, desto schwieriger wird das Aussitzen.
Ebenso wichtig ist deine Core-Stabilität. Mit Core sind die tiefen Bauchmuskeln, die Rückenmuskulatur, der Beckenboden und die stabilisierenden Muskeln rund um die Wirbelsäule gemeint. Während dein Becken die Bewegung des Pferdes aufnehmen darf, sorgt deine Körpermitte dafür, dass dein Oberkörper stabil bleibt. Fehlt diese Stabilität, wirst du im Sattel schnell aus dem Gleichgewicht gebracht und versuchst häufig, mit den Beinen oder den Händen Halt zu finden.
Auch deine Atmung spielt eine größere Rolle, als viele denken.
Sobald wir uns anstrengen oder unsicher fühlen, wird die Atmung oft flach oder halten sogar unbewusst die Luft an. Dadurch steigt die Muskelspannung im gesamten Körper, die Hüfte wird fester, der Rücken unbeweglicher und infolgedessen das Mitschwingen im Trab deutlich schwieriger.
Warum Yoga das Aussitzen verbessern kann
Vielleicht denkst du dir es jetzt schon. Yoga verbessert nicht nur die Beweglichkeit, sondern trainiert gleichzeitig Kraft, Stabilität, Balance und dei Körperwahrnehmung – alles Fähigkeiten, die du für einen guten Sitz brauchst.
Durch Hüftöffner kann die Beweglichkeit im Becken verbessert werden. Das hilft deinem Körper, die Bewegungen des Pferdes leichter aufzunehmen, statt gegen sie zu arbeiten.
Gleichzeitig stärken viele Yoga-Haltungen die tiefe Rumpfmuskulatur, also genau die Muskulatur, die du für eine stabile Mitte im Sattel benötigst.
Außerdem lernst du im Yoga deine Atmung bewusst wahrzunehmen und Spannungen über die Ausatmung loszulassen. Dadurch kann sich auch dein Nervensystem beruhigen und ein entspannter Körper sitzt automatisch lockerer.
Deshalb verbessert Yoga nicht nur deine Beweglichkeit oder Fitness. Vielmehr verbessert es die Voraussetzungen, die dein Körper braucht, um überhaupt locker aussitzen zu können.
Und oft ist genau das der Grund, warum sich Aussitzen nach einigen Wochen Yoga plötzlich deutlich leichter anfühlt.
Wenn du direkt starten möchtest, findest du hier meine kostenlose Reitersitz-Routine mit 4 einfachen Yoga Übungen für mehr Beweglichkeit, Balance und einen lockeren Sitz im Satte
Aussitzen ohne Pferd üben – geht das überhaupt?
Ja, absolut. Tatsächlich lassen sich viele Grundlagen für das Aussitzen ohne Pferd trainieren. Denn häufig liegt das Problem nicht auf dem Pferd, sondern in der eigenen Beweglichkeit, Stabilität und Körperwahrnehmung.
Aussitzen lernen beginnt nicht erst im Sattel
Wenn du Schwierigkeiten mit dem Aussitzen im Trab hast, liegt das nicht automatisch daran, dass du schlecht reitest. Das denken wir oft und dadurch entsteht Frust. Vor allem, braucht es bewegliche Hüften, eine stabile Körpermitte, eine ruhige Atmung und ein gutes Körpergefühl. Die gute Nachricht ist: All das lässt sich trainieren.
Du möchtest nicht nur dein Aussitzen verbessern, sondern deinen gesamten Körper gezielt für das Reiten trainieren? In meinem 1:1 Coaching arbeiten wir ganz gezielt an deiner Beweglichkeit, Core-Stabilität, Balance und Körperwahrnehmung – individuell abgestimmt auf dich, dein Pferd und deine persönlichen Herausforderungen im Sattel. Dabei geht es nicht nur um Yoga oder Fitness. Es geht darum, deinen Körper im Alltag so zu unterstützen, dass sich das Reiten leichter, geschmeidiger und entspannter anfühlt.
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