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Reiten ohne Rückenschmerzen: Was dein Körper wirklich braucht

Autorenbild: Agnes
Agnes
19. Aug.
4 Min. Lesezeit

Rückenschmerzen beim Reiten sind nicht normal – auch wenn sie viele kennen



Steigst du nach dem Reiten regelmäßig mit einem schmerzenden Rücken vom Pferd? Oder bemerkst du schon während der Reitstunde, dass dein Rücken immer mehr verspannt, je länger du im Sattel sitzt?

Dann bist du damit nicht allein. Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden von Reiterinnen und Reitern.

Natürlich kann der Körper nach einer intensiven Trainingseinheit müde sein. Doch wiederkehrende Rückenschmerzen sind oft ein Zeichen dafür, dass dein Körper an anderer Stelle Unterstützung braucht. Häufig liegt die Ursache nämlich gar nicht im Rücken selbst.

In diesem Artikel erfährst du, warum Rückenschmerzen beim Reiten entstehen, welche Rolle dein Alltag dabei spielt und was dein Körper wirklich braucht, um langfristig entspannt und schmerzfrei im Sattel sitzen zu können.


Warum Rückenschmerzen beim Reiten entstehen


Viele denken zuerst an einen falschen Reitersitz oder einen unpassenden Sattel. Beides kann eine Rolle spielen. Doch häufig beginnt das Problem schon lange, bevor wir überhaupt in den Stall fahren.

Das Problem liegt häufig im Alltag: Wir sitzen im Büro, im Auto oder auf der Couch und verbringen oft viele Stunden in derselben Position. Der Körper passt sich daran an. Die Hüfte wird unbeweglicher, die Brustwirbelsäule verliert an Mobilität und die Gesäßmuskulatur arbeitet immer weniger.

Wenn wir dann auf das Pferd steigen, soll unser Körper plötzlich geschmeidig mitschwingen und die Bewegungen ausgleichen. Doch genau dafür fehlen uns häufig die Voraussetzungen.

Der Rücken übernimmt die Arbeit anderer Körperbereiche – und genau das kann langfristig zu Verspannungen oder Schmerzen führen.


Dein Rücken ist oft nicht das eigentliche Problem


Oft konzentrieren wir uns ausschließlich auf den schmerzenden Bereich und versuchen, den Rücken immer wieder zu dehnen oder zu massieren.

Doch der Rücken kompensiert häufig nur. Vielleicht fehlt deinem Körper Stabilität in der Körpermitte, Beweglichkeit in den Hüften oder dein Nervensystem befindet sich dauerhaft in Anspannung.

All diese Faktoren beeinflussen deinen deinen Rücken. Deshalb lohnt es sich, den Körper immer als Ganzes zu betrachten.


Was dein Körper braucht, um schmerzfrei zu reiten


Bewegliche Hüften


Eine lockere Hüfte gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für einen losgelassenen Reitersitz.

Kann dein Becken die Bewegung des Pferdes nicht aufnehmen, wird diese Bewegung häufig in den unteren Rücken weitergeleitet. Dort entstehen dann Verspannungen oder Schmerzen.

Deshalb ist es oft wirkungsvoller, die Hüfte regelmäßig zu mobilisieren, statt ausschließlich den Rücken zu behandeln.


Eine stabile Körpermitte


Ein guter Reitersitz braucht Stabilität, aber nicht durch Anspannung.

Die tiefliegende Rumpfmuskulatur sorgt dafür, dass du die Bewegungen deines Pferdes ausgleichen kannst, ohne dich festzuhalten oder ins Hohlkreuz zu fallen.

Eine gut trainierte Körpermitte entlastet den Rücken bei jeder einzelnen Bewegung im Sattel.


Reiterfitness Essentials - Rückenschmerzen beim Reiten loswerden

Eine freie Atmung


Etwas, das viele unterschätzen, ist die Atmung.

Wenn wir gestresst sind oder uns stark konzentrieren, halten wir häufig unbewusst die Luft an. Die Schultern ziehen nach oben, der Brustkorb wird unbeweglicher und die Muskulatur spannt sich an.

Eine ruhige, tiefe Atmung kann helfen, den gesamten Körper zu entspannen und den Rücken spürbar zu entlasten.

Genau deshalb spielt die Atmung auch im Yoga eine so große Rolle.


Ein reguliertes Nervensystem


Nicht alle Rückenschmerzen entstehen durch mangelnde Beweglichkeit.

Unser Nervensystem beeinflusst, wie viel Grundspannung unser Körper dauerhaft hält.

Stehen wir ständig unter Stress, befindet sich unser Körper häufig in einer Art Alarmbereitschaft. Die Muskulatur bleibt angespannt – auch dann, wenn wir sie eigentlich gar nicht brauchen.

Deshalb dürfen wir Rückenschmerzen nicht nur mechanisch betrachten.

Entspannung ist manchmal genauso wichtig wie Kräftigung.


Warum Yoga bei Rückenschmerzen für Reiter so wertvoll ist


Ich empfehle Yoga nicht deshalb so häufig, weil es ein Trend ist, sondern weil Yoga genau die Bereiche miteinander verbindet, die wir als Reiter und Reiterinnen brauchen.

Durch eine regelmäßige Yogapraxis verbessern wir die Beweglichkeit der Hüften, stärken die Körpermitte, mobilisieren die Wirbelsäule und arbeiten gleichzeitig an Balance und Koordination.

Dabei lernen wir auch wieder, unseren Körper bewusst wahrzunehmen.

Für mich ist das einer der größten Vorteile. Denn viele Reiter merken erst auf der Yogamatte, wie viel Spannung sie eigentlich dauerhaft mit sich herumtragen.

Yoga schafft Raum für neue Bewegungsmuster. Es hilft dir, weicher zu werden, ohne an Stabilität zu verlieren. Du lernst, mit deinem Körper zu arbeiten, statt gegen ihn anzukämpfen.

Und genau dieses Gefühl nimmst du später mit in den Sattel.

Nicht selten berichten Reiter schon nach wenigen Wochen, dass sie lockerer aussitzen können, weniger Rückenschmerzen haben und sich insgesamt freier bewegen.


Kleine Veränderungen mit großer Wirkung


Du musst nicht jeden Tag eine Stunde trainieren, um deinem Rücken etwas Gutes zu tun. Oft sind es die kleinen Gewohnheiten, die langfristig den größten Unterschied machen. Stehe regelmäßig auf, wenn du viel sitzt. Bewege deine Hüften zwischendurch bewusst. Nimm dir fünf Minuten Zeit für Mobilisationsübungen vor dem Reiten. Und gönne deinem Körper regelmäßig Bewegung, die nichts mit Leistung zu tun hat.

Denn dein Körper begleitet dich nicht nur im Stall, sondern den ganzen Tag.



Schmerzfreies Reiten beginnt nicht erst im Sattel.

Es beginnt mit einem Körper, der beweglich, stabil und ausbalanciert ist. Je besser dein Körper im Alltag funktioniert, desto leichter kann er auch die Bewegungen deines Pferdes begleiten.

Deshalb lohnt es sich, Rückenschmerzen nicht nur zu behandeln, sondern ihre Ursachen zu verstehen.


Häufige Fragen (FAQ)

Warum bekomme ich beim Reiten Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen beim Reiten entstehen häufig durch eine Kombination aus fehlender Beweglichkeit, einer schwachen Körpermitte, Verspannungen oder einem bewegungsarmen Alltag. Nicht immer ist der Rücken selbst die Ursache.


Kann Yoga bei Rückenschmerzen helfen?

Ja. Yoga kann dabei helfen, die Hüften zu mobilisieren, die Körpermitte zu stärken, die Wirbelsäule beweglicher zu machen und Spannungen im Körper zu lösen. Viele Reiter profitieren dadurch langfristig von einem besseren Sitz im Sattel.


Welche Übungen helfen gegen Rückenschmerzen beim Reiten?

Besonders sinnvoll sind Übungen für die Hüftmobilität, Core-Stabilität, Brustwirbelsäule und Balance. Schon wenige Minuten regelmäßige Bewegung können langfristig einen Unterschied machen.

 
 
 

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